Nadine Deimel
Nadine Deimel

Entwurf und Konzept

Für die Entwurfsentwicklung sehr wichtig, war die Betrachtung des Viertels, in dem sich das Grundstück befindet, heute und dessen mögliche Entwicklung für die Zukunft. Ein weiterer wichtiger Punkt war, die laut Touristen zwar kulturell bunte und interessante , aber etwas 'ausgestorbene' Stadtatmosphäre zu beleben. Das Grundstück liegt am Flussufer des Hai-He. Zwischen dem Grundstück und dem Fluss befindet sich eine Fußgängerzone, die den Fluss entlang führt. Ein Gedanke für den Entwurf ist es, das Flussufer zu integrieren und mittels Landschaftsmodellierung in die Außenzonen des Gebäudes miteinzubeziehen. Das soll die Besucher motivieren die Umgebung zu genießen, unabhängig davon in welcher Situation sie sich befinden. 

 

Das Thema für das Gebäudekonzept lautet "Vertical Green for a living City- The NEWScraper". Es soll eine Zukunftsvision für urbanes Leben beschreiben. Gleichzeitig steht das Konzept für die Verbesserung des Rufes von Wolkenkratzern, die als ausgestorbene, abgestumpfte Bürotürme gelten, und eine Neuinterpretation erfahren sollen. In der geplanten vertikalen Stadt sollen Mensch und Umgebung eine Einheit bilden. Wichtig dabei ist Soziales und Nachhaltigkeit miteinzubeziehen. Alle Funktionen, die in der horizontalen Ausdehnung einer Stadt zu finden sind, sollen dabei in die vertikale übersetzt werden. Diese Herausforderung spiegelt sich deutlich in der Entwurfsfindung wieder. Verschidenste Funktionen sind miteinander kombiniert. Besonders Zugänglichkeit und Erschließung innerhalb der öffentlichen und halböffentlichen Bereiche waren dabei von Bedeutung.

 

Nach einer Städtebaulichen Untersuchung halfen Sonnestudien dabei die möglichen Asuwirkungen des geplanten Hochhauses auf seine Umgebung, je nach Lage am Grundstück zu analysieren. Die Verschattung der Umgebung durch ein Hochhaus ist dabei in der Früh und am späteren Abend am größten.

 

Die Form des Wolkenkratzers wurde aufgrund der vorherrschenden Winde in Tianjin so gewählt, dass diese abgeschwächt werden. Somit herrscht ein angenehmer Luftzug rund um das Gebäude. Bei Hitze entsteht so ein angenehmer Fallwind im HOfbereich zwischen den Gebäuden. Wo wird im Gegensatz zu anderen scharfkantigen Wolkenkratzern ein angenehmes Klima in der Sockelzone erzeugt. Zusätzlich wird der Wind durch gezielt gesetzte Bepflanzung gelenkt und abgeschwächt. Dadurch wird dafür gesorgt, dass in der kühleren Jahreszeit kein zu starker Durchzug herrscht und die Möglichkeit für eine natürliche Belüftung der Räume entsteht. Der Aufenthalt im Freien wird dadurch auch in der kälteren Jahreszeit gewährt. Somit wird Wind nicht mehr als ein negativer Faktor wahrgenommen, sondern als eine Möglichkeit Energie zu sparen und einen qualitativ hochwertigen Lebensraum zu schaffen.

 

Der NEWScraper steht für Nutzungs- und Funktionsdurchmischung und beinhaltet nicht nur eine öffentliche Zone im EG auf die ein Shoppingcenter und eine Bürozone folgen, sondern auch, getrennt durch die Übergangszone, dem Skygarden, Wohngeschoße, Luxuspenthäuser und einen Spabereich. Die Turmspitzen bzw. Dächer wurden begehbar gestaltet und mit ausreichender Bepflanzung versehen. Eine Art Sonnensegel bietet Schatten und sammelt durch seine Form Niederschlagswasser, das hier ins Gebäudeinnere geleitet wird.

 

Die Erdgeschoßzone und die öffentliche Außenzone wurden zu einer öffentlichen, architektonischen Landschaft gestaltet. Zur Straße im Osten hebt sich das Grundstück etwas an, um den Lärm abzuschirmen. Zum Flussufer hin wird diese Erhöhung abgestuft und ermöglicht so einen angenehmen Zugang zum Gebäude für Fußgänger und Radfahrer. Die Abstufung des Geländes lädt durch Sitzstufen ein sich einen Augenblick zu setzen und die Aussicht auf den Fluss zu genießen. Radfaher können die landschaftliche Geländeform unterfahren oder auch mittels Rampen befahren und direkt in die Fahrradgarage im ersten UG des Gebäudekomplexes abstellen. 

 

Die Fassade des Entwurfs besteht zum größten Teil aus Glas. Durch den Rücksprung der Galsfassade und die auskragenden Geschoßdecken wird ein baulicher Sonnenschutz erzeugt. Zusätzlich entstehen durch die schwungvolle Form Loggien und Balkone je Geschoß. Einen natürlichen Sonnen- und Blickschutz für die transparent Fassade bildet die reichliche Bepflanzung rund um das ganze Gebäude. 

 

Ein wichtiger Faktor des Konzepts ist die Nachhaltigkeit. Sichtbar gemacht wird sie duch die begrünte Fassade und zahlreiche öffentliche, private und halböffentliche Grünräume. Des weiteren gibt es wie beschrieben die Möglichkeit der Regenwassernutzung als Brauchwasser und der natürlichen Belüftung. Durch die großzügige Begrünung wird ebenfalls ein Anteil an produziertem CO2 absorbiert. Dabei stehen dem Komplex auch noch die Nutzung der Solaren Energie und der Wasserkraft offen.

 

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