Nadine Deimel
Nadine Deimel

Tianjin | China

Tianjin ist die zweitwichtigste Hafenstadt in China. Sie ist eine von vier regierungsunmittelbaren Städten Chinas, das heißt sie ist direkt der Regierung von Peking unterstellt und hat den selben Status wie eine Provinz. Sie besteht aus 15 Stadtbezirken und 3 Kreisen. Das Gebiet beinhaltet ein Stadtzentrum und umliegende Vorstädte, die in Gebiete mit ländlicher Siedlungsstruktur übergehen.

 

Die Stadt ist durch ihre Lage nahe der Küste und nur eine Autostunde von Peking, der Hauptstadt Chinas, entfernt, ein Industriezentrum, ein Verkehrsknkotenpunkt und ein kultureller Mittelpunkt. Die Urbanisierungsrate in das Zentrum aus den ländlichen Vorstadtgebieten beträgt ca. 72%. Die Stadt liegt im Norden von China, südlich von Peking. Sie liegt genau am Zusammenfluss des Hai-He mit dem Kaiserkanal Chinas. Die Bohai-Bucht liegt 50 km vom Stadtzentrum entfernt. Das Zentrum der Stadt hat rund vier Millionen Einwohner.

 

Tianjin zählt zu den wohlhabendsten Regionen Chinas. Es gibt sehr viele ausländische handelsniederlassungen. Daher ist der Flusshafen am Hai-He einer der wichtigsten Außenhandelshäfen von China. In der Nähe von Tianjin gibt es seit 1984 die Sonderwirtschaftszone TEDA [Tianjin Economic and Technological Development Area], die Investoren international offen steht. Bevor Tianjin zu einer ernstzunehmenden Wirtschaftsmacht aufstieg, diente es als Hauptumschlagsort des Handels zwischen Bejing und internationalen Handelspartnern, die ihre Waren mit Schiffen in die Bohai Bucht brachten. Die Nähe zu einem der größten Häfen sorgte dafür dass auch in Tianjin der Handel und die Wirtschaft noch heute stätig wachsen. 

 

Die Bevölkerungsdichte in Tianjin beträgt heute ca. 23.000 EW/km2. Die kulturelle Durchmischung aus mehreren Nationen, besteht hauptsächlich aus Chinesen, Mandschu, Mongolen und Koreaner. In der Volksrepublik China gibt es 56 offiziell anerkannte Nationen von denen 52 in Tianjin vertreten sind. Seit den 1950er Jahren fand eine städnige Verbesserung der Wohnsituation in Stadtvierteln mit unzureichenden Standard statt. Es wurden auch viele neue Siedlungsgebiete errichtet. Neu errichtete Siedlungen in Verbindung mit Landschaftsparks, und Seeuferpartien obliegen, jedoch meistens Einwohnern mit höherem Standard. Am schlechtesten ist die Wohnsituation der Migranten, die überwiegend aus ländlichen Regionen kommen.

 

In Tianjin treffen Straßenzüge mit Gebäuden aus dem 19. und 20. Jahrhundert im europäischen Stil auf Beton- und Glasbauten des modernen China. Die Kulturvielfalt spiegelt sich nicht nur durch die früheren Besatzungen der Kolonialmächte wieder sondern auch durch die ehemalige Aufteilung der Altstadt nach Nationalitäten. 

Sehr viele traditionelle Tempel aus der Kaiserzeit prägen heute das Stadtbild. Das älteste Gebäude in Tianjin ist der am Zusammenfluss der beiden Flüsse gelegene Palast der Himmelshöttin. Zeichen der neuen modernen Architektur und Kultur ist der sechsthöchste Fernsehturm der Welt, der Tianjin Fernsehturm. WEitere Gebäude der chinesischen Muslim-Architektur erzeugen ein multikulturelles Stadtbild. Tianjin ist außerdem ein Zentrum für Universitäten. Dadurch findet man hier auch viele beeindruckende Museumsgebäude für Wissenschaft und Technik wieder.

 

In Tianjin gibt es zwei Hochhauszentren, von denen eines im Stadtzentrum ist, und das andere etwas außerhalb, nahe der Küste. Im Stadtzentrum erkennt man besonders die Kulturvielfalt im sozialen, aber auch im baulichen Bereich, aufgrund der europäischen und anderen internationalen Bauten der ehemaligen Besatzungen. Das Viertel aus neuen Wolkenkratzern an der Küste zeichnet sich durch Gebäude aus, die auch mit dem Thema Nachhaltigkeit umgehen, aus. So ensteht in Tianjin eine der ersten chinesischen Ökostädte, in der China neue Technologien in bezug auf Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien testet und erforscht.